Predigten

Es ist nach einer langen Nacht
Gott der Herr vom Schlaf erwacht.
Und rief: Potz, Blitz und Donnerschlag,
im Himmel war es nur ein Tag,
was hat der Mensch solang gemacht?


Und bang schaut er von oben nieder
und kennt die Schöpfung gar nicht wieder:
da sind Jahrhunderte vergangen,
in denen nur die Engel sangen, und wiederholten seine Lieder...

 
Zum Fasching 2021 aus St. Johannis, Würzburg.

Es gibt Zustände, die zum Himmel schreien, und wenn wir denn glauben, dass da ein Gott im Himmel ist, der einen Funken Sympathie für diese Erde und ihre Völker hat, dann lehnt er sich nicht genüsslich zurück und lässt alle fünfe gerade sein.

Dann schreit zum Himmel, was wir mit dieser Erde anrichten. Dann schreit zum Himmel, dass wir die Böden immer weiter vergiften, die Atmosphäre mit Abgasen andicken, aus Landschaft grüne Wüsten machen, in denen kümmerliche Reste der Pflanzen- und Tierwelt übrigbleiben, dass der Plastikmüll in allen Meerestiefen und Schildkrötenmägen angekommen ist, dass die Wälder sterben, die Erde versteppt, das Eis schmilzt und sich eine Walze von Veränderungen in Gang gesetzt hat, die wir nicht mehr werden stoppen können. Wir nicht und unsere Kinder, Enkel und Urenkel nicht. Selbst wenn wir von jetzt auf gleich alles einstellen, was zu den Umweltveränderungen führt: Es ist inzwischen fünf Minuten nach zwölf.

Das heißt gerade nicht, zu resignieren. Das heißt: Den Ernst der Lage erkennen. In den Spiegel schauen und zugeben: Ja, das haben wir angerichtet

"Nun kann man sich in die Ecke setzen und sein Schicksal beklagen. Man kann die Welt verfluchen und Gott anklagen. Noomi, Orpa und Rut haben Grund dazu. Wer will es ihnen verwehren? Als Hiob so schwer geschlagen wird, da setzt er sich in den Staub. Er wartet darauf, dass sich das Schicksal wieder wendet, und Gott tut ihm den Gefallen.
In der Entwicklungszusammenarbeit lernt man: Frauen sind die besseren Überlebenskünstlerinnen. Sie setzen sich nicht so schnell in den Staub. Sie überwinden das Selbstmitleid schneller. Sie ringen dem Leben eher eine neue Perspektive ab.

„Wenn er wirklich der Heiland ist“, sagte sie nach einer Weile, „dann wird er erkennen, daß sogar ein unschuldiges Schäfchen in die bösen Machenschaften von Menschen verwickelt werden kann. Und immer müssen die Lämmer für die Wölfe sterben. Wie steht übe den Heiland geschrieben: „Wie ein Lamm, das zum Schlachten geführt wird, wie ein Schaf, wenn es geschoren wird, duldete er alles schweigend, ohne zu klagen.“ O mein Gott, wer das kann, der mag der Heiland der Welt sein.“