Turmsanierung

Das Projekt Turmsanierung

Die Situation: dringender Handlungsbedarf
Die Schadensuntersuchung der Firma Hußenröder + Merz (Würzburg) aus dem Jahr 2016 erbrachte folgende Ergebnisse für die Platten an den unteren Hälften der Türme, und zwar sowohl an den Außenflächen wie an den Streberpfeilern:

1. „Die Befestigung der Natursteinverkleidung (an den Flächen) ist … mangelhaft. Die Anker sind bis zum vollständigen Substanzverlust korrodiert, sodass die Platten nur noch durch den Hinterfüllmörtel gehalten werden.“

2. In absehbarer Zeit bedürfen alle Pfeilerverkleidungen einer neuen Befestigung. Insofern wird angeraten, die Kalksteinverkleidungen … vollständig neu zu befestigen. Maßnahmen: Die Natursteinverkleidungen müssen vollständig entfernt und neu montiert werden. Eine Wiederverwendung der vorhandenen Platten kann im Wesentlichen nicht erwartet werden. Die Steinverkleidungen sind nach den anerkannten Regeln der Technik mit Halteankern aus Edelstahl neu zu verankern.“
Schon seit längerem ist bekannt, dass die Platten an den oberen Hälften der spitzen Türme Asbest enthalten. Im Zuge der Renovierung müssen auch diese abgetragen, entsorgt und durch Schiefer ersetzt werden. Unter der Voraussetzung, dass die Finanzierung bis dahin gesichert ist, sollen die Arbeiten an den Zwillingstürmen im Frühjahr 2021 beginnen. Die Ausführung soll im selben Jahr abgeschlossen sein. Folgende Gewerke fallen an: Gerüstarbeiten: Am unteren Teil der Türme, der mit Natursandstein belegt ist, und dem oberen, der Platten aus Asbest trägt, müssen verschiedenartige Gerüste aufgestellt werden. Die Statik ist in der Höhe von 60 m mit besonderen Herausforderungen verbunden. Für beide Türme wird ein Aufzug für Personen und Lasten eingezogen. Dachdeckerarbeiten und Asbestsanierung: Die Platten an den Turmspitzen werden abgetragen und neue Schieferplatten auf 900 qm aufgelegt. Das Altasbest muss entsorgt werden. Für die sichere Entsorgung der Asbestplatten sind besondere teure Schutzfolien um die Gerüste herum anzubringen. Natursteinarbeiten: Die Muschelkalksteinplatten an den Streberpfeilern werden vorsichtig rückgebaut, die Trägerstruktur im Einzelnen geprüft und wo nötig restauriert. Auf 160 qm werden neue Platten angebracht. Sandsteinverkleidungen: Die Oberflächen an den Sandsteinplatten platzen auf. Die Oberflächen müssen verfestigt werden. Teile der Platten werden ausgetauscht.  Betonsanierungsarbeiten: Erst nach dem Steinplattenrückbau wird erkennbar, ob Sanierungen an den Betonpfeilern notwendig sind. Malerarbeiten: Wenn die Turmtreppenstümpfe eingerüstet sind, sollen die Stahlfensterrahmen vom Maler überarbeitet werden. Elektro: Alte Leitungen werden erneuert. Blitzschutz: Der Blitzschutz an den Turmspitzen muss komplett neu aufgebaut werden. Restaurierung Spitzenelemente: Die achteckigen Spitzenelemente konnten nicht untersucht werden. Vermutlich ist eine Restaurierung erforderlich.

 

Die Schadensbeschreibung

Die Stahlkonstruktion der Türme mit der hellgrauen Faserzementplatteneindeckung, die neben dem alten Turmstumpf emporsprießen, lassen an zwei neue zarte Triebe denke, und erinnern an Schillers Wilhelm Tell: „Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit und neues Leben blüht aus den Ruinen“ Im Augenblick stürzen diese, jetzt schon 60 Jahre alten Türme noch nicht, aber sie bröckeln – und zwar massiv. Der Zahn der Zeit hat enorm genagt und es besteht dringender Sanierungsbedarf. Von den Faserzementplatten der Dacheindeckung fallen Teile herab, besonders bei den immer häufiger auftretenden Stürmen, weil sie marode sind oder die Halterungen durchrosten. Die Verkleidungen aus Muschelkalkpatten der Stahlbetonstrebepfeilerkonstruktionen halten nicht mehr, weil die Aufhängungen korrodieren, und der Sandstein dazwischen und am historischen Turmstumpf extrem abgewittert ist und verfestigt oder ersetzt werden muss.