Predigten

Ein neuer Lockdown. Dieses Wort ist seit März in unseren Sprachschatz eingewandert, und nicht nur das. „Coronavirus“, „Covid-19“, „exponentielles Wachstum“, „Übersterblichkeit“ und andere Begriffe, die wir bis März gar nicht kannten oder nie in den Mund nahmen, beherrschen nun unser Denken und Handeln. Vielen wird es im März so gegangen sein, dass wir dachten: Ein, zwei Monate, und der Virus wird sich irgendwie verflüchtigt haben, so wie eine Grippewelle kommt und geht.

"Hätte ich doch mehr Geduld gehabt. Hätte ich doch den Mund gehalten. Hätte ich doch nachgefragt: Es ist so wichtig, dass diese Gedanken in uns aufsteigen! Zunächst ärgern sie uns: Jetzt haben mich erst meine Eltern wieder aufgeregt, die Arbeitskollegin ist mir zum wiederholten Mal auf die Nerven gegangen, und der Nachbar wollte mich aufhalten. Und nun spüre ich auch noch diesen Stich in mir: Ich habe mich auch nicht richtig verhalten. War ungeduldig, unfreundlich, unbeherrscht, unaufmerksam. Verflixt, was soll ich damit bloß anfangen? Wir sind verunsichert.

"Lesebrille, Prisma und Lupe – drei Sehhilfen, mit denen ich gut ausgestattet bin für meinen Weg durch´s Leben.
Die Lesebrille zeigt mir, dass ich als menschliches Wesen angesichts der Komplexität und Vielschichtigkeit des Seins keine letztgültige Antworten finden werde. So lehrt sie mich Demut und schützt mich zugleich vor Überforderung.
Das Prisma erinnert mich an das Fragewort „wozu“, das mir bei der Spurensuche nach dem Sinn meines Lebens hilft.
Die Lupe schließlich weist mich auf Jesus und seine Botschaft: