Predigten

"Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte wiederbringen und das Verwundete verbinden und des Schwachen warten" - so heißt es im Predigttext im Buch Hesekiel zum Sonntag "Miserikordias Domini" mit Pfarrerin Susanne Wildfeuer aus St. Johannis.

Das Himmelreich beginnt damit, dass wir unseres Lebens sicher sind. Nur so können wir uns wohl fühlen, und nur so können wir an das Himmelreich glauben, das noch mehr ist. Aber ohne die Sicherheit der Existenz dürfen wir Menschen nicht mit dem Himmelreich kommen. Leib und Seele, so einfach ist das, gehören zusammen.

 

"Wer Bibel liest, entdeckt von vorne bis hinten Rettungs- und Befreiungsgeschichten. Das fängt mit dem Volk Israel an und findet seine Fortsetzung in der Geschichte Jesu.
Jesus rettet Menschen, befreit aus ausweglosen Situationen. Er führt sie in ein neues Leben: Blinde können wieder sehen, Gelähmte wieder gehen, psychisch Kranke werden gesund.
Jesus stillt den Sturm und bewahrt vor dem Untergang, er speist die 5000 und rettet vor Hunger und Not. Gerettet!

Noch immer trauern wir um dich,
Menschensohn und Gottessohn,
Noch immer wird das Herz uns schwer
Beim Gedenken an dein Leiden, deinen Tod.
Noch immer fragen wir uns bang:
War es das wert?
Noch immer erschrecken wir
Über Grausamkeit und Rohheit.
Noch immer schauen wir zum Himmel und fragen:
Musste das sein, Gott?
Noch immer klagen wir wie deine Mutter unter dem Kreuz.

Schicksalsschläge können alle treffen: Die Guten wir die Bösen, die Reichen wie die Armen, die Sorglosen wie die Vorsichtigen. Und fast unvermeidlich erhebt sich die Frage: Wer hat etwas falsch gemacht? Was hat der, den es getroffen hat, verschuldet? Was hat er unterlassen? Oder wer anders kann verantwortlich gemacht werden? 

Die Frage nach der Schuld hilft den Betroffenen nicht. 
Sie tröstet nicht, und sie hilft nicht auf. Sie erfasst nicht, was da eigentlich mit einem passiert. Sie verstellt den Blick auf die menschlichen Tragödien. Sie verkleistert Schmerz und Kummer, Verzweiflung und Ängste. Wir müssen mit Verlust und Trauer umgehen, mit Verunsicherung und Zukunftssorgen. 

Mit einer modernen Vokabel aus der Psychologie geht es um „Resilienz“. Wie reagieren wir auf Veränderungen und Herausforderungen, auf Stress und Schicksalsschläge? Welche Haltungen ermöglichen es uns, nicht nur durchzuhalten, sondern schließlich auch den Kopf oben zu behalten, und uns mit dem versöhnen zu können, was uns trifft? Was hilft uns, nicht nur nicht unterzugehen, sondern in neuen Lebensumständen, die wir uns nicht gewünscht haben, gut zurecht zu kommen? Es geht um Grundvertrauen, das mich weiter trägt, auch wenn es Einschläge gibt, die mich zusammen zucken lassen. 

Das Grundvertrauen, dass ich in dieser Welt nicht untergehe, speist sich für religiöse Menschen aus dem Glauben an Gott. 

Es war ein warmer Frühlingstag - der 16. März 1945..."


Pfarrerin Susanne Wildfeuer und Pfarrer Hans Schmidt gedenken der Toten des Bombenkriegs und aller Opfer von Gewalt und Krieg damals wie heute.
Dirk Rumig schafft mit seinem Sopransaxophon und seiner Bassklarinette Klangräume, die die Verheerungen des Krieges erahnen lassen.

Zeigen wir nicht mit dem Finger auf Petrus.

Lassen Sie uns über die Sünde reden, wenn wir wieder bemerken, wie Nationalismus und Rassismus um sich greifen. Wenn schwarze Fußballer in den Stadien Europas mit Sprechgesängen verhöhnt werden, wenn sie mit Gegenständen beworfen werden. Wenn aus blankem Hass eine jüdische Synagoge in Halle angegriffen und Menschen nichtdeutscher Herkunft in Hanauerschossen werden.