St. Johannis

Die St. Johannis- Gemeinde

 

Die Kirche St. Johannis ist die Mitte der mitgliederstärksten evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde im Dekanat Würzburg. Für über 4.000 Gemeindemitglieder ist sie der Ort für Gemeindegottesdienste, Taufen und Trauungen. Immer wieder wird sie von Menschen besucht, die vor Jahrzehnten hier getauft, konfirmiert oder getraut wurden.
Sie hat Zulauf.  St. Johannis ist immer tagsüber geöffnet. Würzburger und Touristen besuchen sie. Sie betrachten die Architektur und die Kunstwerke in der Kirche. Immer brennen Kerzen in der Andachtskapelle und zeigen an: St. Johannis ist ein guter Ort, um innezuhalten und zu beten.  
Sie ist im Leben der Stadt präsent.  St. Johannis setzt Akzente im gesellschaftlichen und kulturellen Lebens Würzburgs. Am 16. März 2019 ist die Kirche zum Mahnmal für den Frieden erklärt worden. Die evangelische Regionalbischöfin und der Oberbürgermeister der Stadt betonten bei der Gelegenheit die Verpflichtung der Kirchen und der Stadt zum Frieden.
St. Johannis ist unübersehbar.  Direkt neben der Residenz gelegen ragen ihre Türme hoch in den Himmel und bestimmen die Stadtsilhouette mit. Im Gesamtbild der anderen Türme Würzburgs fallen sie auf: Ihre Formensprache hebt sie ab.
St. Johannis trägt mit seiner besonderen Architektur zur Identifikation Würzburgs Bei. Nur wenige Gebäude haben einen Spitznamen – diese Kirche schon. St. Johannis ist im Volksmund als „Batman-Kirche“ bekannt.
Die Baugeschichte des Gotteshauses ist einzigartig: Der Turmstumpf der 1945 zerbombten Kirche ist in den Baukörper der neuen Kirche integriert. Bruchsteine und neues Material masern und gliedern das Kirchenschiff. Altes und Neues verbinden sich. Beides, die Schrecken des Krieges und der Gewaltherrschaft und der Wille zum Neubeginn sind ihr anzusehen.
St. Johannis ist ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur der Stadt: Die 1895 eingeweihte neugotische Kirche war der erste Neubau der evangelischen Gemeinden in der Geschichte der Stadt. Als nach der Bombennacht im März 1945 nur der Turmstumpf stehen geblieben war, entschloss sich die Kirchengemeinde, die Kriegsschäden nicht unsichtbar zu machen. Vor der Kirche fand 1993 die Skulptur des russischen Künstlers Vadim Sidur „Tod durch Bomben“ Aufstellung. St. Johannis ist Mitglied der Nagelkreuz-Bewegung und somit Teil des europaweiten Netzwerkes, das sich für Erinnerung und Versöhnung einsetzt.
Der Name St. Johannis hat einen guten Klang: Die Gemeinde ist Sitz des Bachchores, der weit über Würzburg bekannt ist. Seit 50 Jahren richtet St. Johannis die Bachwoche aus – ein bedeutendes Ereignis im Kulturleben der Stadt. Da die Akustik der Kirche so außergewöhnlich gut ist, finden zahlreiche Konzerte von teilweise renommierten Ensembles in St. Johannis statt. Bis zu 800 Menschen füllen dann die Kirche.

 

Das Leitbild der Gemeinde


Die Gemeinde St. Johannis bietet Raum  für Orientierung und Gemeinschaft.
Wir sind vielfältig und mitten im Leben,  offen und einladend.
Wir suchen den religiösen, kulturellen und  gesellschaftlichen Dialog.
Wir laden ein, evangelische Spiritualität  und Kultur zu erfahren.
Wir wollen da sein für Menschen  in allen Lebenslagen.

 

Das Glockengeläute von St. Johannis

 

Im Krieg 1945 wurde sie stark beschädigt. Nach dem Krieg wurde sie wiederaufgebaut. Der Turm, in dem die Glocken hängen ist der alte Turm der zerstörten Kirche. Im Jahre 1957 schuf die Gießerei Czudnochowsky aus Erding dieses Geläut in den Tönen: d', e', fis', a' und h'.

 

 

Die Architekturgeschichte des Kirchenbaus

 

St. Johannis in Würzburg, 1895 erbaut, war der erste evangelische Kirchenneubau in Würzburg und die zweite evangelische Kirche in der Stadt, nachdem die ehemalige Benediktinerklosterkirche St. Stephan 1803 evangelisch geworden war. Die neugotische Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zu etwa 80 % zerstört. Den helmlosen Turmstumpf, der noch aus der abgebrannten Ruine zu erhalten war, hat Architekt Reinhard Riemerschmid aus München als ein Mahnmal, eine Erinnerung an die sinnlosen Kriegszerstörungen, in den Kirchenneubau (Beginn1957) miteinbezogen. Er hat eine imposante Westfront gestaltet, indem er ihn zwischen
die markanten hohen Spitztürme gestellt hat. Das sich anschließende Langhaus mit Apsis erlebt man als einen kubisch geschlossenen Bau, nahezu fensterlos. Auch hier verschmelzen Alt und Neu zu einer Einheit, weil als Gliederungselement der Fassade horizontale, farblich miteinander harmonisierende Lagen aus Ziegelstein und Sandstein verwendet wurden, wobei der Sandstein aus den Überresten des Vorgängerbaus verwendet wurde.
Mit den beiden 60 m hohen, sehr schlanken und über achteckigem Grundriss spitz zulaufenden Türmen schuf der Architekt ein weithin sichtbares Denkmal für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Wegen ihres markanten, auch an einen Comic-Helden erinnernden Aussehens wird die Kirche umgangssprachlich gerne als „Batman-Kirche“ geführt. Im Innern begegnet uns ein schlichter Kultraum, in dem vor allem die Lichtführung das Empfinden von Spiritualität erzeugt. Die Kirche ist als Gesamtkunstwerk zu sehen, nicht nur die äußere Form ist aus einem Guss, sondern auch die Ausstattung im Innern kommt aus der Bauzeit,  trägt eine Handschrift und ihr ist durch die Architektur ein unverrückbarer Platz zugewiesen.