Perspektivewechsel

Ein neuer Lockdown. Dieses Wort ist seit März in unseren Sprachschatz eingewandert, und nicht nur das. „Coronavirus“, „Covid-19“, „exponentielles Wachstum“, „Übersterblichkeit“ und andere Begriffe, die wir bis März gar nicht kannten oder nie in den Mund nahmen, beherrschen nun unser Denken und Handeln. Vielen wird es im März so gegangen sein, dass wir dachten: Ein, zwei Monate, und der Virus wird sich irgendwie verflüchtigt haben, so wie eine Grippewelle kommt und geht.

Nehmen wir einen Perspektivwechsel vor. In Babylon saßen vor 2600 Jahren die weggeführten Judäer. Die damalige Weltmacht Babylon hatte das winzige Ländchen Judäa zerschlagen und ihrem Reich einverleibt. Eine Perspektive zum Heulen – für die Verbliebenen, vor allem aber für die Verschleppten. Alles sah nach Untergang aus. 
Doch dann kommt der Prophet Jeremia mit einer Botschaft. 

Das, was Jeremia hier vorbereitet, ist großartig.
Ein ganzer Forschungszweig in der Psychologie beschäftigt sich heute mit Fragen der „Resilienz“. Es geht darum: Wie schaffen Menschen es gut, mit Krisen, ja mit wahrhaften Lebenskatastrophen zurecht zu kommen? So, dass wir nicht depressiv werden, oder zynisch, oder lethargisch. 

Das Neue akzeptieren, Verantwortung für das eigene Leben übernehmen, soziale Verbundenheit zu pflegen, die Zukunft nicht aufgeben: Das hat aus den Versprengten in Babylon eine neue Gemeinschaft gemacht.